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KNOW-HOW FÜR FORTSCHRITT

„Logos gibt es wie Sand am Meer!“

„Ach, da nehme ich einfach so ein Stockphoto – das reicht erstmal!“

„Diese eine Firma da, die so erfolgreich ist – ich nehme einfach deren Logo. Deren Erfolg ist dann auch mein Erfolg.“

So oder so ähnlich könnten Gespräche während einer Unternehmensgründung laufen. Jedoch sollte man sich für die Auswahl eines Logos zu Beginn sehr viel Zeit nehmen. Wenn man sich an bestimmten Rechts- und Designaspekten orientiert, erhält man im Handumdrehen ein geeignetes Logo für das Unternehmen.

 

“What to do and what not to do” des Logo Designs

Die Angebote der Unternehmen für computergeneriertes Logo-Design für Low-Budget Gründungen sind sehr verlockend. Jedoch sind hierbei schwerwiegende Fehler vorprogrammiert. Dadurch, dass Stockphotos mehrfach verkauft werden dürfen und es dafür keine rechtliche Regelung gibt, kann es vorkommen, dass zwei Firmen das selbe Logo ihr eigen nennen. Eine nachträgliche Änderung wäre kostspielig und vor allem zeitaufwändig: ein Logo findet sich zumeist im kompletten Corporate Design wieder. Es müssen also zum Beispiel nicht nur Briefkopf und Unternehmenspapier geändert werden, sondern (beispielsweise im Falle einer Baufirma) auch Logos auf Fahrzeugen, Dienstkleidung und dem Ladengeschäft. Dies ist jedoch das kleinere Übel. Viel wichtiger als diese materiellen Kosten sind der Verlust der Kunden, die sich nur wegen eines bestimmten Logos oder Schriftzuges an ein Unternehmen erinnern. Zusätzlich kann das Verwenden einer geschützten Abbildung oder eines Slogans strafrechtliche Konsequenzen haben. Die Verletzung eines Geschmacksmusters führt somit zu einer Abmahnung, welche eine Vertragsstrafe zur Folge hat. Wie hoch diese ausfällt, hängt vom Einzelfall ab.
Ein Logo ist das Gesicht einer Firma und hat sehr großen Einfluss auf den ersten Eindruck eines Kunden. Sie stellen ein Unterscheidungsmerkmal dar und zeigen in gewisser Weise bereits die Kompetenz des Unternehmens nach außen. Eine Designfirma mit einem unterdurchschnittlich guten Logo wird vermutlich auch für seine Kunden keine besseren, stimmigeren Grafiken erstellen können. Ebenso unpassend wäre es, wenn sich beispielsweise im Unternehmenslogo einer Anwaltskanzlei Pinsel und Farbeimer wiederfinden würden. Es sollte zum einen wiedergeben, was das Unternehmen verkörpert und zum anderen eine eindeutige Aussage treffen.

 

Rechtlicher Schutz

Logos und Firmengrafiken lassen sich in einem bestimmten Rahmen rechtlich schützen. Im Allgemeinen schutzfähig sind der Name oder das Logo eines Unternehmens. Eine Kombination aus Wort- und Bildmarke ist ebenfalls möglich. Bei fehlender Unterscheidungskraft von Logos und Firmennamen sind jedoch keine Möglichkeiten des rechtlichen Schutzes gegeben.

 

Bildmarke

Der Schutz einer Bildmarke umfängt lediglich den Schutz eines Bildes oder einer Abbildung im unternehmerischen Kontext und schützt keine weiteren Wortbestandteile.

Wortmarke

Eine Wortmarke hingegen schützt ausschließlich die Wortbestandteile – beispielsweise eines Firmennamens oder -slogans.

Wort-/Bildmarke

Die Wort-/Bildmarke ist eine Kombination aus den zuvor genannten Schutzmarken und schützt sowohl Abbildungen sowie Worte.

 

Gestaltung von Logos

Logos können in verschiedenen Größen und Arten verwendet werden. Ob im Print-Bereich auf Flyern, Visitenkarten und Broschüren oder online auf der Webseite, in der App oder im Social Media-Netzwerk. Sehr wichtig hierbei ist die Auswahl der richtigen Software. Die Erstellung von Logos in einem Vektorprogramm vereinfacht den Vorgang und beugt nachträglichen Überarbeitungen des Logos (beispielsweise wegen falscher Auflösung) vor. Der Griff zu Programmen wie Adobe’s InDesign oder Illustrator sind aus unserer Sicht die beste Wahl.
Die richtige Software ist ausgesucht – also kann es eigentlich gleich losgehen. Stop! Die erste Idee wird nicht die Beste sein. Es lohnt sich, erste Skizzen zu erstellen und Freunden oder Verwandten zu zeigen, um Feedback einzuholen. Überdenke, auf welchen Medien es zu sehen sein und wo es benutzt wird.
So ergaben sich beispielsweise bei den Grafik-Arbeiten für das Fashion-Netzwerk StyleCheck zu Beginn mehrere unterschiedliche Varianten für das Unternehmenslogo mit Erklärungen, wann sich welche Abbildung am besten eignet.

Dies ist die erste Designvariante für die StyleCheck GmbH

Abb.1: erstes Designvariante für die StyleCheck GmbH

Dies ist die zweite Designvariante für die StyleCheck GmbH

Abb.2: zweite Designvariante für die StyleCheck GmbH

Dies ist die dritte Designvariante für die StyleCheck GmbH

Abb.3: dritte Designvariante für die StyleCheck GmbH

 

In weiteren Gesprächen zwischen dem Design-Team und dem Kunden Tim Kahlhofen, dem Geschäftsführer der StyleCheck GmbH, wurden weitere Logodesigns vorgenommen. Schließlich hat man sich für das folgende Design entschieden. Wichtig war es hierbei, Wort- sowie Wort-/Bildmarken zu designen.

Dies ist die vierte Designvariante für die StyleCheck GmbH

Abb. 4: finales Design des StyleCheck GmbH-Logos

 

Bei der Wahl der Farben muss man auch überlegen, wie das Logo auch im Schwarz-Weiß-Druck wirkt. Beispielsweise bei einem dunkelblau-schwarzen Logo ergibt sich im Schwarz-Weiß-Druck nur ein dunkler Fleck. Dies soll kein Anstoß sein, viele unterschiedliche Farben in das Logo einzubringen und durch die verschiedenen Graustufen einen leicht erkennbaren Übergang im Schwarz-Weiß-Druck zu bekommen. Im Gegenteil. Zu viele Farben überladen das Logo und sind nur schwer miteinander kombinierbar. Generell gilt hierbei jedoch: Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

 

Quellen:
http://inkbotdesign.com/10-mistakes-logo-designers-avoid/
https://www.muenchen.ihk.de/de/recht/markenrecht/
http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/105287-markenrecht–logos-und-bilder-von-marken-in-modeblogs-verwenden
https://www.gulp.de/knowledge-base/recht-und-steuern/neues-zum-markenrecht-nutzung-fremder-logos-durch-it-freiberufler.html

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