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KNOW-HOW FÜR FORTSCHRITT

Die Veröffentlichung von Apples neuem Betriebssystems iOS7 Mitte September leitete automatisch eine neue Testphase für alle mobilen App Frameworks ein. Auch für Sencha Touch bedeutet die Aktualisierung eine neue Auseinandersetzung und Analyse hinsichtlich HTML5 Kompatibilität und den hierbei auftauchenden Problemen. Wenige Wochen nach der Release kann man so schon einige schlagkräftige Rückschlüsse ziehen.

Das Negative

iOS7 ist nicht ausgereift. Es gibt eine große Anzahl von Bugs unter HTML5 die das System wie eine Beta wirken lassen, wohl verschuldet einer schnellen Programmierphase, ohne benötigte Zeit für die Ausmerzung der Fehler. Eines der Hauptprobleme ist die Einstellung der WebSQL,  die zu geringe Standardgröße einer App von 5MB  kann im Moment nicht höher gesetzt werden (zumindest funktioniert dies nicht mehr stabil). Auch Web-Apps, welche die oft verwendete „Save to Home Screen“ Funktion benutzen, können unter iOS7 nicht mehr richtig ausgeführt werden. Externe URIs lassen sich nicht richtig öffnen und viele der eingängigen JavaScript-Dialogfelder sind gänzlich unbenutzbar geworden.

Die Liste der Bugs ist lang und neben dieser gravierenden Probleme kommen einige Design Fehlentscheidungen dazu, welche die Handhabung um einiges erschweren. So ist es ohne findigen Workaround nicht möglich die URL-Leiste innerhalb der Web-App via JavaScript auszublenden. Web-App Entwickler Richard Davey meint dazu: „There is no way to have a truly fullscreen experience on your website. This was one of the wonderful aspects of iOS 6, and losing it is a major step backwards.“ Hinzu kommen einige Probleme mit den Swipe Gestures innerhalb einer Anwendung, welche nicht korrekt interpretiert werden und stattdessen an die iOS7 Navigation weitergeleitet werden.

Weiterhin lassen sich Unmengen kleinerer Bugs aufzählen, die auf dem Sencha Touch Blog ausführlich dokumentiert sind.

Bei der Performance gibt es hauptsächlich Probleme bei der DOM Query, die nicht annähernd an die Leistung des Vorgängersystems heranreicht. Diese Schwachstelle ist jedoch eine Ausnahme bei der Performance, sodass hier iOS7 weitestgehend eine gute Figur unter HTML5 macht.

Das Positive

Insgesamt hat sich die Performanceleistung unter dem neuen Betriebssystem gesteigert und kann JavaScript schneller darstellen. In vielen Fällen kann man hier von einer Verdopplung der Leistung sprechen. Auch die Ausgabe von Bilddateien oder Canvas funktioniert besser. SVG zeigt hier sehr gute Zeiten, die sich wirklich sehen lassen können.

Zwar gibt es auch noch einige Bugs bei der SVG-Ausgabe, doch muss man auch an die frühe offizielle Release denken, welche nur ein kurzfristiges Fazit mit sich bringt.

Das Fazit

iOS7 ist erst seit kurzem offiziell verfügbar, sodass ein Urteil zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht erscheint. In den nächsten Monaten wird es interessant, zu sehen, ob Apple gravierende Fehler beseitigt und genau so an die interne Stabilität, wie an außenstehende Business Applications unter HTML5 denkt. Es bleibt also spannend bei dem Pärchentanz von iOS7 mit HTML5.

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