Second- & Multi-Screen – So werden Medien heute genutzt

Früher galt dem heimischen Fernseher bei Nutzung die alleinige Aufmerksamkeit. Doch seit Smartphone und Tablet Einzug in unseren Alltag gehalten haben, teilt sich der TV das Interesse der Nutzer mit den mobilen, internetfähigen Geräten. Zunächst setzte man diese nur während der Werbepausen ein, um sich die Zeit zu vertreiben, doch nun verwendet man sie immer öfter gleichzeitig oder auch ergänzend zueinander. Auf diese Weise haben sich schrittweise Second- und Multi-Screen-Nutzung bei uns eingebürgert.

Definition und Bedeutung von Second-Screen

Second Screen (engl. für Zweiter Bildschirm) umschreibt die Verwendung eines internetfähigen Gerätes analog zum Fernseher, meist während einer Werbepause.¹ Dies stellt die Werbeindustrie vor die Herausforderung, Zuschauer auf anderem Wege zu erreichen, als mit dem altbewährten Werbespot. Weiterhin wird daraus ersichtlich, in welchem Wandel sich die Mediennutzung in Deutschland aktuell befindet (vgl. Second-Screen Zero – Die Macht des zweiten Bildschirms, Anywab GmbH: 2012).

Second Screen Tätigkeiten


Dabei ist das Phänomen der Parallelnutzung eines anderen Mediums während des Fernsehens nicht neu. Die Studie „Navigator Mediennutzung“ des ProSiebenSat.1 Vermarkters SevenOne Media von 2012, beschreibt dies als bekannte Alltagserscheinung. Dass in einer Zeitschrift geblättert wird, während Radio oder der Fernseher laufen, gehört zu vertrauten Nutzungsmustern von Konsumenten. Was sich hingegen geändert hat, ist die steigende, zeitgleiche Verwendung von Internet und TV. Hierbei kann beobachtet werden, wie das Fernsehen durch seine Inhalte anregt, sich mit den gezeigten Themen mit Hilfe des Internets noch weiter auseinander zu setzen (vgl. Navigator Mediennutzung, SevenOne Media: 2012).

Parallelnutzung von TV und Internet


Second Screen – Nutzertypen

Welche Arten von Nutzern überhaupt auf den Second- oder Multi-Screen zurück greifen, wurde durch die  Studie “My Screen” der Mediaagentur Initiative von 2014, ermittelt. Hierbei wurden vier Nutzertypen konkretisiert:

  • Die Verweigerer konzentrieren vornehmlich nur auf einen Screen und dessen Nutzung.
  • Die Selektiven grenzen ihre Parallelnutzung extakt ein und nutzen das Internet nebenbei nur in geringerem Maße.
  • Die Intuitiven nutzen eifrig alle Bildschirme. Sie sind im Gegensatz zu den Selektiven stärker geneigt sich dem Second-Screen zuzuwenden. Sie teilen ihre Aufmerksamkeit gleichzeitig auf beide Screens auf.
  • Die Unersättlichen machen von mehreren Screens gleichzeitig aktiv Gebrauch. Außerordentlich oft nutzen sie TV, Internet und soziale Netzwerke wobei der Second-Screen immer definitiv im Vordergrund steht. Vorrangig gebrauchen sie dabei das Smartphone.

Second Screen Nutzertypen

Fazit

Es ergeben sich für Unternehmen diverse Möglichkeiten, die Second-Screen-Nutzung vorteilhaft für sich zu verwenden. Besonders im Marketing und E-Commerce Bereich zeigen sich neue Chancen auf, den Second-Screen mit Hilfe von Apps zu monetarisieren. Die Konsumenten können animiert werden, sich mit weiteren Inhalten, Produkten/Dienstleistungen und Werbebotschaften per Smartphone und Tablet usw. zu beschäftigen und diese dann auch zu kaufen. Aus diesem Grund werden TV-Sender ihre Programme immer stärker den neuen Nutzungsgewohnheiten angleichen um eine noch größere Interaktion zwischen den verschiedenen Geräten zu bewirken um somit die Reichweite zu erhöhen.

Den gesamten Bericht über die Rolle von Apps in der Second- & Multi-Screen-Nutzung finden Sie hier.


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