Innovation 2021 – Trends und Schlussfolgerungen

Um Innovation zu entwickeln, wagen die Menschen gern einen Blick in die Zukunft und versuchen zu erahnen, was dann gefragt sein wird. Auch für 2021 gibt es selbstverständlich Trendvoraussagen. Die 10 wichtigsten möchten wir hier vorstellen. So viel vorweg: Mehr denn je geben Mensch und Gesellschaft, Ökonomie und Umwelt die Richtung vor. Das Jahr 2021 wird erwartungsgemäß ebenso wie das vergangene Jahr stark von der Pandemie geprägt sein. Sie wird Innovation und Digitalisierung wesentlich schneller vorantreiben, aber – so viel sei vorweg genommen – auch anders als bisher.

1. Technologie-Akzeptanz polarisiert die Gesellschaft
Nicht nur die politischen Meinungen gehen zunehmend auseinander, auch die Akzeptanz von digitaler Innovation. Während ein großer Teil der Gesellschaft digitale Anwendungen mehr und mehr nutzt, lehnen andere es immer mehr ab, z.B. aufgrund der Risiken in Sachen Privatsphäre.
Das Verteufeln der digitalen Möglichkeiten hemmt die Kaufkraft für digitale Innovation. Nicht nur die Bedürfnisse der Zielgruppe, sondern auch explizit gesellschaftliche Akzeptanzkriterien müssen vor der Produktentwicklung erforscht werden.

2. Datenschutzbedenken und Föderalismus blockieren die Digitalisierung
Bedenken gegenüber globalen Anbietern sorgen dafür, dass Cloud-Dienste aus dem Ausland grundlegend schwerer akzeptiert werden. Anstatt Verträge, Sicherheitsmaßnahmen und Zertifizierungen zu verstehen sowie die Geschäftsmodelle der Anbieter zu hinterfragen bremsen viele Datenschützer die Digitalisierung, indem sie alle globalen Dienste verbieten.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Europas Exportchancen für eigene Digitaldienste 2021 zunehmend schwinden.

3. Neue Geschäftsmodelle von Corona-Verlierern
Die meisten Unternehmen haben aktuell nur eine Aufgabe auf der Agenda: Die Pandemie wirtschaftlich überleben. Vor allem die Unternehmen, die von Corona existenziell getroffen wurden, mussten oder müssen sich neu erfinden, um die Verluste auszugleichen und die immer noch allgegenwärtige Krise zu überstehen.
Restaurants werden zu Lieferdiensten mit Onlinebestellung, Eventveranstalter stellen auf kommerzielle Streaming Plattform um. Die neu entstehende As-a-Service Economy kann mit dem Risiko der unsicheren Wirtschaftslage hoffentlich besser umgehen. Auch Equipment-as-a-Service entsteht, da Leistungen zukünftig genau entsprechend ihres Verbrauchs abgerechnet werden, und Unternehmen, alle nötigen Ressourcen ganz nach Bedarf skalieren. Für die IT bedeutet das ein weiteres Sterben von unternehmenseigenen oder regionalen Rechenzentren und ein überproportionales Wachstum bei globalen Public-Cloud-Anbietern (Hyperscalern).

4. Corona-Gewinner investieren in ihren Technologievorsprung
Diejenigen, die schon zuvor ihre Produkte oder Leistungen digital vertreiben konnten, wie Online Retailer, Logistiker und Lieferdienste und alle, die Schutzkleidung und Hygieneartikel vertreiben, haben sogar von der Pandemie profitiert. Auch Videodienste, Netzwerkkomponenten-Anbieter und Telekommunikations-Unternehmen gehören ganz klar zu den Gewinnern der Pandemie. Sie werden ihre Chancen im Jahr 2021 weiter ausbauen indem sie in die Entwicklung disruptiver und nachhaltiger Business-Modelle und Technologien investieren, um sich für die neue Wettbewerbslage nach Corona vorzubereiten.

5. Marktführer schreiben ihre Business-Software selbst
Branchenführer wie Otto oder Lidl haben es vorgemacht: 2021 hinterfragen immer mehr Unternehmen die Kosten der Einführung und Wartung von ERP-Softwarepaketen und entwerfen alternative Business-Software auf Basis von Open-Source-Plattformen oder Plattform-as-a-Service Diensten der Hyperscaler.

6. Hard- und Software: Appliances zerbrechen
In vielen Bereichen wie der Automotive-Branche, aber auch bei Consumer-Produkten kam die Software traditionell zusammen mit der Hardware “embedded” von einem Hersteller. Während sich Hardware kontinuierlich und langsamer entwickelt, macht die Software in 2021 Jahr die größeren Sprünge. Viele OEMs versuchen deshalb, Software selbst zu entwickeln, so wie Volkswagen mit seinem CarOS.

7. Software Stack Eruption – Daten sind die neue Software
Software wird 2021 zunehmend von Daten abgelöst. Denn zum einen kommen wir mit reinem Datensammeln nicht mehr weiter, zum anderen stößt die Programmierung mit Simulationen ohne reale Daten immer mehr an ihre Grenzen.
Das schnelle Sammeln von Lerndaten in ausreichender Menge und in guter Qualität wird deshalb 2021 wichtig und traditionelle Software außerhalb von Machine Learning und künstlicher Intelligenz wird immer stärker zur Commodity und durch eine Orchestrierung von PaaS-Services abgelöst. Diese “Software Stack Eruption” wird zusätzlich stimuliert vom Trend zu “Infrastructure-as-Code”, aber auch von einem Machine-Learning-basierten Infrastruktur-Management. Hierbei beschreibt ein Code oder eine künstliche Intelligenz anstelle eines Menschen dynamisch die notwendige Infrastruktur für bestimmte Anwendungen.

8. Hybrid- und Multi-Cloud
Die Nutzung von Private und Public Clouds oder mehreren Public Clouds gleichzeitig für eine Applikationslandschaft wird 2021 zur Norm. Dabei hilft die Abstraktion der verschiedenen Cloud-Infrastrukturen mit dem Container Management auf Basis von Kubernetes. 2021 werden Anwender zudem hybride PaaS-Dienste nutzen, also Softwaredienste, die transparent über mehrere Hyperscaler eine integrierte Management Umgebung anbieten.

9. IoT wird zur physischen Oberfläche von “Anywhere Computing”
IoT etabliert sich in 2021 von einer Mainstream-Technologie als äußerer Rand des Edge Computings. Auch wenn es noch lange dauert, bis alle bestehenden Industrieanlagen online sind, wird ab 2021 praktisch keine neue Maschine und kein Auto mehr gebaut, das nicht eine Online-Option bei der Bestellung besitzt. Dabei löst sich der Sonderstatus von IoT Devices auf.

10. Der 5G-Mobilfunk floppt weiter in Deutschland
Auch 2021 wird keine flächendeckende 5G-Versorgung erreicht, die mit unseren Nachbarländern vergleichbar ist. Die Gründe dafür sind nach wie vor die falsche Regulierung und politischer Lobbyismus. Größere Unternehmen investieren deshalb teilweise in 5G-Campusnetze als Alternative oder Ergänzung zu Wifi-Infrastrukturen.

Zugegeben, auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre der Wille, digitale Innovation voranzutreiben, gebrochen. Doch bei genauerem Hinschauen ist er einfach nur – bedingt durch die Krise – realistischer und pragmatischer. Es geht sowohl den Unternehmen als auch den Verbrauchern nicht mehr ums große Feuerwerk; gefragt sind Qualität und Zuverlässigkeit – auch im Digitalen.

Die steigende Skepsis gegenüber digitalen Anwendungen bestätigt uns in unserem Ziel, Innovationen zu schaffen, die einen wirklichen Impact besitzen, der die Menschen von der Notwendigkeit und den Chancen digitaler Lösungen überzeugt. Gute Ansätze für Anwendungen, die die einen echten Nutzen bieten und dabei die persönlichen Daten der Anwender gar nicht erst erheben oder zuverlässig schützen, haben wir bereits mit der flowgress App und der GET App für die ZNS Hannelore Kohl Stiftung gezeigt.

Der Trend weg von den großen Software-as-a-Service-Paketen hin zu eigenen, genau auf das Geschäftsmodell und die Nutzerbedürfnisse abgestimmten Business-Software-Anwendungen, bestätigt uns darin, im B2B Bereich weiter auf die Entwicklung autarker und dadurch flexibler und skalierbarer Lösungen zu setzen.

“As-a-Service” hat dennoch nicht ausgedient. Unternehmen werden ihre Produkte und Dienstleistungen zukünftig durch individuell nutzbare Services an den Mann und die Frau bringen und können Ressourcen dadurch auf den Punkt einsetzen. Angeregt durch die Ideen, die in der Pandemie entstanden sind, werden in den kommenden Monaten eine Menge neue Use Cases entstehen. Damit diese auch wirklich nutzerfokussierten Service bieten, ist eine agile Entwicklung direkt entlang der Nutzerbedürfnissen erforderlich. Unser Erfahrung in der MVP Entwicklung wird hier von großem Vorteil sein, da sie eine schrittweise Entwicklung immer direkt an den aktuellen Wünschen und Herausforderungen der Nutzer ermöglicht.

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