Wissen

KNOW-HOW FÜR FORTSCHRITT

Wird SOA oder die serviceorientierte Architektur richtig eingesetzt, kann ein Unternehmen enorm davon profitieren. Geschäftsprozesse können flexibler gestaltet und Kosten gesenkt werden. Welches Vorgehen hinter dem Begriff steckt, wird im folgenden Beitrag näher betrachtet.

Bei der Entwicklung von Anwendungen können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen, um dem Endnutzer ein funktionierendes Programm zur Verfügung zu stellen. Möchte eine Stadt zum Beispiel eine App nutzen, die es den Bewohnern erlaubt Parktickets per Handy zu bezahlen, so kann die App von Grund auf mit allen Komponenten entwickelt werden. Das heißt für diesen Fall, dass verschiedene Funktionen (oder Services) neu entwickelt werden müssen, wie Möglichkeiten zur Bezahlung, eine GPS-Karte, Login und Nutzerkonto. Dies nimmt viel Zeit und Ressourcen in Anspruch und ist entsprechend mit hohen Kosten verbunden. Die einzelnen Services sind eng miteinander verbunden und Änderungen an einer Funktion ziehen in der Regel Anpassungen an der gesamten Architektur nach sich.

 

 

Der Ansatz der serviceorientierten Architektur greift auf bestehende Services zurück und verbindet diese über einen Service-Bus miteinander. So kann für die Park-App bereits existierende Software genutzt werden. Google Maps wird für die Darstellung der Karte integriert, der Login kann über Social Media Konten erfolgen und die Bezahlung wird über PayPal abgewickelt. Die einzelnen Programme sind dabei autonom voneinander, in einem gemeinsamen Netzwerk integriert und werden über ein gemeinsames Interface für den Endnutzer aufbereitet. Über das Interface wird der Nutzer durch die einzelnen Services geleitet, ohne dass er verstehen muss, wie diese funktionieren.

 

 

Die Entwickler legen im Hintergrund ein gemeinsames Protokoll fest, welches den verschiedenen Services erlaubt, trotz unterschiedlicher Programmiersprachen über das Interface dargestellt werden zu können, bzw. untereinander kommunizieren zu können. Ein weiterer Vorteil der autonomen Services liegt in der Flexibilität bei Veränderungen. Es können neue Services hinzugefügt oder integrierte Services ausgetauscht werden, ohne dass die gesamte Struktur davon beeinflusst wird. Ein Unternehmen kann auf diese Weise schneller auf veränderte Bedingungen reagieren.

SOA kommt nicht nur bei Anwendungen zum Einsatz, sondern wird vor allem in Unternehmen genutzt, um die IT-Infrastruktur zu verschlanken. Idealerweise können unterschiedliche Geschäftsbereiche auf die abgekapselten Services über eine Schnittstelle zugreifen. So greift die Baufinanzierungs-App der Commerzbank auf die Immobiliendatenbank von Immobilienscout24 zurück. Die Immobilien können von dem Portal Sprengnetter, welches ebenfalls per Schnittstelle in der App zur Verfügung steht, bewertet werden und eine Bonitätsprüfung kann durchgeführt werden. Bei der Entwicklung der App mussten diese Services nicht neu konzipiert und programmiert werden, sondern konnten über Schnittstellen eingebunden werden, was eine enorme Kostenersparnis darstellt. Die Services können auch für andere Anwendungen oder unternehmensintern genutzt werden, was auch den großen Vorteil einer service-oriented architecture darstellt, die Wiederverwendbarkeit.

Eine serviceorientierte Architektur kann nicht als Universallösung für ein fachliches oder firmeninternes Problem bereitgestellt werden. Vielmehr handelt es sich um eine Zusammenstellung von Services, die individuell an die Bedürfnisse angepasst wird. Weitere Ansätze für Architekturen, die auf dem gleichen Prinzip basieren sind Software as a Service (SaaS) und Cloud Computing.

Wir freuen uns über eine Bewertung, um ein Feedback zu erhalten:

Es wurde erst eine Bewertung abgegeben.